Erfahrungsbericht TWH: Angel
Erfahrungsbericht über meine treue Begleiterin: Angel. Sie ist ein Tschechoslowakischer Wolfhund (Ceskoslovensky vlcak) und ist eine von der FCI (Nr.332, Gr.1, Sek.1) anerkannte Hunderasse.
Angel (offizel: Grappa Zlata Pfalz) wurde am 30.01.2006 geboren.

Vom Welpen zur psychisch stabile Hündin
Nach einer schwierigen „Kennlernphase“ hat Angel die „Fremdsprache Mensch“ inzwischen verstanden. Im Welpenalter hat ihre Neugierde dafür gesorgt, dass auch das letzte „bewegliche“ Teil in ihrem Umfeld penibel bis in die Einzelteile untersucht wurde. Im Alter von 9 Monaten legt sich dies, jedoch wechselte ihr Charakter zu: Angriffslustig, Widersetzend und Erprobung der Rangordnung. Aber auch diese Phase ist vorbei, heute ist sie aufgeweckt, temperamentvoll und neugierig. In unserer Gemeinschaft ist sie das liebste Wesen geworden. Konsequentes Training (mit professioneller Unterstützung) brachte ihr die „Fremdsprache Mensch“ bei.
Einschränkung
In ihrer Natur besitzt sie einen Jagdinstinkt welcher bei Feldhasen, Tauben und andere Kleintiere durchbricht. Dieses Verhalten erlaubt ihr leider nur selten ein Toben in der freien „Wildnis“ (abgesehen von unserem - zur „Wildnis“ gewordenen - Garten). Inzwischen besitzt sie eine 15m lange Laufleine, so dass auch sie „kontrolliert“ herumtollen kann. Je nach ihrer Stimmungslage kann sie auch zeitweilig ohne Leine geführt werden (sie muss es wollen) und läuft dann prima bei Fuss. Weiterhin geht sie gerne auf Entdeckungstour – extra Verriegelungen an Tor und Tür sorgen hier für die benötigte Sicherheit, denn das Öffnen von Türen ist ihre leichteste Übung.

Erziehung
Die Erziehung von Angel hatte sein Höhen und Tiefen. Ich habe bestimmt nicht alles richtig gemacht, aber ich bin mit dem Ergebnis zufrieden; einen aufgeweckten Hund in meinem Umfeld zu wissen, der ohne Angst sich angemessen verhält. Die Erziehung bis zu ihrem zwölften Lebensmonat sah nur die grundlegenden sozialen Aspekte vor, damit sie sich zu einem gesellschaftsfähigen Hund entwickelt und dabei ihre Umwelt kennen lernt (sie durfte z.B. bei einer Übung auch einen Schmetterling hinterher jagen, wenn sie dies für richtig erachtete). Es galt also immer interessante Plätze aufzusuchen (Pferde, Kühe, Wald, Fussgängerzone, Busse und LKW’s1 etc.) und möglichst alles ganz normal hinzunehmen.
- Stubenreinheit: Es dauerte 5 Monate bis zur absoluten Stubenreinheit. Im ersten Beobachtungszeitraum musste sie spätestens alle 2 Stunden. Es galt also alle 2 Stunden mit ihr zur besagten Stätte zu gehen. Wollte sie mal nicht wurde sie zu ihrer Schlafstätte (Körbchen) gebracht und nach weiteren 10 min erfolgte eine weitere Gang nach draußen. Mit kommendem Alter wurden die Zeitabstände größer. Nach 5 Monaten löste sie nicht mehr in der Wohnung.
- Der Ruf „Komm“: Anfänglich lernte sie sehr schnell, was „Komm“ bedeutet, sie setzte sich problemlos an meine Seite. Nach ein-zwei unangenehmen Situationen und einen „strengen Komm“ und dem damit verbundenen Anleinen, weigerte sie sich – bis auf 2 Meter – heranzukommen. Ich stand also wieder am Anfang. Ich brachte Ihr das „Komm“ auf eine neue Art bei – ich schnalzte mit der Zunge. Dieses Geräusch war immer gleich, egal ob ich gut oder schlecht gelaunt war. Ich schnalzte mit der Zunge je nach belieben, manchmal Leinte ich sie an und manchmal nicht, manchmal war es wichtig, machmal nicht. Es funktionierte. Heute hört sie auf das schnalzen mit der Zunge, auf einen Pfiff und auf das Wort „hier“.
- Leinenführigkeit: Als Welpe war ihr die Leine egal – sie zog und tat immer das was sie wollte. Ich nahm mir ein Zeitlimit zum „Gassi“ gehen und keine bestimmte Strecke. Immer wenn sie zog blieb ich stehen, nach dem Motto „Straffe Leine stehen, lockere Leine gehen“. Es hat wirklich keinen Spaß gemacht und diese Übung habe ich 3 Monate machen müssen, bevor wir das erste Mal eine ordentliche Strecke gehen konnten. Auch heute zieht sie ganz selten noch an der Leine, ich bleibe auch heute noch in diesen Momenten stehen.
- Alleinesein: Kann sie nicht, will sie nicht und geht einfach nicht. Sie ist so stark auf „Herrchen“ fixiert, das sie lieber auf 1qm liegt oder das verhasste Autofahren in Kauf nimmt, als alleine zu bleiben. Auch wenn ihr bekannte Menschen oder unsere weiteren Hunde da sind, kann sie nicht ohne Herrchen belieben. Jede mir bekannte Übung ist fehlgeschlagen. Wenn sie ohne Herrchen ist zerstört sie alles was sie finden kann und heult ununterbrochen. Allerdings tut sie das nicht aus Angst, sondern aus Wut und Ärgernis darüber das sie nicht bei mir sein kann. Hier ist noch Handlungsbedarf.
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