Sie sind hier: Startseite » Artikel Übersicht » Reiseberichte » Ankunft in Sri Lanka - September 2002

Ankunft in Sri Lanka - September 2002

Diesen Artikel als PDF speichern. Abgelegt in der Kategorie Reiseberichte.
 

sl-parlament.jpgEs war wie eine Wand in die ich hineinlief, als ich am 1.September 2002 das Flugzeug auf dem Bandaranaike International Airport (Katunayake) in Sri Lanka verließ. Die hohe Temperatur und die hohe Luftfeuchtigkeit sorgte dafür das mein Kreislauf schneller in die Knie ging als ich die Treppen, vom Flugzeug zu dem Airport-Bus, hinunter. Das war also Sri Lanka! Strahlendblauer Himmel, hohe Luftfeuchtigkeit, ewige Hitze; und hier sollte ich die nächsten sechs Monate leben und arbeiten. In diesem Moment wollte ich nichts lieber als zurück in die klimatisierte Boing 737 vom Emirates steigen und über Dubai zurück nach Frankfurt fliegen. Ich hatte während des ganzen Fluges nichts anderes im Kopf als das was mich hier erwarten würde. Ich hatte mir alle erdenklichen Szenarien in meinem Kopf durchgespielt, aber mit so einer drückenen schwülen Hitze hatte ich nicht gerechnet und somit waren auch alle meine weitgehenden Phantasien mit einem Schlag über dieses Land erdrückt wurden. Nun wusste ich gar nichts mehr, aber ein zurück gab es nicht mehr. Jetzt war ich dar! Die Zollkontrolle und die Immigration ging recht einfach, auch wenn es hier alles ein bisschen extra-wenig lange dauert. Das man in diesem Land sehr viel Zeit hat sollte ich noch lernen, aber in diesem Moment war ich mehr darüber verärgert das die Beamten keine deutsche Arbeitsweise auf den Tisch legten, sondern sich unsere ausländischen Pässen genau ansahen und sich eigene Phantasien über die jeweiligen Herkunftsländer machten. 15 Pässe, 15 angeregte Phantasien und einem dummen Spruch des Immigration-Officer’s weiter war endlich der Ausgang ist in Sicht.

IO: Hello, is this your first time in Sri Lanka? Jan: No mate, the Immigration Officer always forgets the stamp inside! Take a look at my passport. Should I go now back in the airplane, please? IO: Ha, I like you friend my friend, welcome at the island! Jan: ???

Michaela hatte mich abgeholt. Das freundliche Lächeln werde ich wohl nie vergessen. Wir hatten uns zuvor noch nie gesehen, dennoch erkannten wir uns sofort. Michaela arbeitete bereits in Sri Lanka und hohlte mich vom Flughafen ab. Sie begleitete mich die 300m zu dem Taxistand vor dem Flughafen. Oh mein Gott! Was war den das? Ein etwa 200m langer Bürgersteig verlief geradlinig an einer überdachten Strasse entlang. Auf dem Bürgersteig waren mindestens 1000 Menschen, die mit risigen Koffern, Kühlschränken und undefinierbaren Pappkartons die auf eine unruhige Art und Weise auf irgendwelche Fahrer warteten. Und davon gab es hier genug! Dicht an dicht drängelten sich die kleinen weissen Busse japanischer Herkunft in zweiter und dritter Reihe an diesen Massen vorbei. Alles zusammen hatte eine Lautstärke die man in Deutschland nicht erlebt. Kein Mensch schien das zustören, so redeten alle irgendwas auf einer Sprache die ich nicht verstand, aber in einer Lautstärke das ich sogar den letzen von Ihnen reden hörte, die weißen Busse hupten unentwegt und eine Lautsprecheranlage, mit der Tonqualität eines Kriegsberichtes aus dem zweiten Weltkriegt, gab sporadiasch seinen Senf dazu. „Willkommen in Sri Lanka. Das wird übrigends das letzte mal sein, das Du mit einem Auto in diesem Land fährst“ sagte Michaela „also geniesse es einfach“. Ein grinsen in ihrem Gesicht gab mir irgendwie das Gefühl das sie es ernst meinte. Es dauerte ein wenig als Oliver anrollte (natürlich mit einem weissen Minibus japanischer Herkunft) und wir alles verstaut hatten. Oliver war der Fahrer, er war Singalese, desto witziger war sein Name. Oliver fuhr uns zu dem 60 Kilometer entfernten Marawila. Ignorierend jeder Verkehrsregel, waghalsigen Überholmanöver und einer Durchschnittsgeschwindigkeit die einem dazu veranlasste in eine zwei-stündige Starre zu verfallen, schlängerte er sich gekonnt an Militärkontrollen, unendlich vielen Tuk Tuk’s, weissen japanischen Mini-Busse, Ochsenkarren und LKW’s vorbei. Nun gut, 60 Kilometer in zwei Stunden schafft in Deutschland jeder, aber auf einer Strasse wo sich das Leben abspielte, kleine Stände stehen und alle Vorfahrt hatten war dies eine erstaunliche Leistung.


Im Internet zu diesem Artikel gefunden:

0 Links gefunden. Einen neuen Link eintragen
 


Trackback URL: